Berlin, Berlin, wir fahren nach…

Riesenfiguren auf der SpreeSimon, Hans und Markus hat die gemeinsame 3 – Generationen – Männertour 2013 so gut gefallen, dass es dies Jahr eine Neuauflage gibt. Eigentlich wollten wir mit dem freecamper durch den Finowkanal fahren, doch die Schleusen dort sind ab dem 13. Oktober geschlossen. Im nächsten Jahr wird ein seit mehr als 90 Jahren nicht befahrbares Stück des Finowkanals wieder freigegeben. Dann wird der gesamte Finowkanal von der freecamper-Mietbasis in Mildenberg ohne Bootsführerschein befahrbar werden.
Aber erst ab dem nächsten Frühjahr. Jetzt disponieren wir um und fahren nach: Berlin. Dort soll es auch schön sein, nur anders.

Freitag, 17.10.

Unseren Wohnwagen bekommen wir wieder vom Caravan-Service an der Müritz. Wieder ein Hobby, dies Mal aber ohne Fußbodenheizung.
Nachmittags kommen wir in Mildenberg an und fahren auf freeda auf. Neben Fahrrädern ist diesmal auch ein Kajak für Simon an Bord, damit er in Bewegung bleibt.
Unser Abendessen bekommen wir im Gasthaus Alter Hafen in bewährter Top-Qualität.

Samstag, 18.10.

Hans steuert den freecamper, Simon das KajakUm kurz nach 10 Uhr starten wir im Yachthafen Mildenberg Richtung Süden. Am Warteplatz hinter der Schleuse Zehdenick stoppen wir und radeln zum Einkaufen. Kurz vor 14 Uhr fahren wir weiter, Simon paddelt im Kajak nebenher.
Vor der Schleuse Bischofswerder nehmen wir Simon wieder auf und essen selbst gebackenen Kuchen, um 17:40 Uhr machen wir in Liebenwalde fest. der freecamper läuft in Oranienburg einDer Hafen bietet zwar seit dem 16. Oktober keinen Service mehr, Anlegen geht aber. Wir sind in guter Gesellschaft mit Hausbooten und Yachten. Gekocht wird heute an Bord. Unsere Strecke: 22 km.

Sonntag, 19.10.

Um 8:30 Uhr heißt es Leinen los bei Sonnenschein. Deshalb beschließen wir, unterwegs an Deck zu frühstücken. Um 9 Uhr sind wir bereits an der Schleuse Liebenwalde, biegen wenig später auf den Oder-Havel-Kanal nach rechts ab und passieren um 11:30 Uhr die Schleuse Lehnitz. Gewartet haben wir hier kaum 30 Minuten. Zwischendurch gibt es immer mal wieder selbstgemachte Musik an Deck. Unser Ziel heute: Oranienburg, wo wir um 13:30 Uhr in den Schlosshafen einfahren.
Simon zieht mit dem Kajak los, ich mit dem Rad, Hans geniesst die 20-Grad-Luft auf dem freecamper-Sonnendeck. Die Speisekarte vom Schlossrestaurant sagt uns zu, wir bleiben zum Abendessen. 15 € kostet uns die Nacht, inklusive Strom und Duschen. Strecke heute: 21 km.

Im Industriehafen von Hennigsdorf wird Schrott entladenMontag, 20.10.

Wir starten gegen 10 Uhr, fahren heute ganz ohne Schleuse. Dafür bekommen wir Industrie zu sehen. In Hennigsdorf wird gerade Schrott angeliefert, Kräne mit riesigen Elektromagneten entladen zwei Schiffe. Mittags machen wir im Stadthafen eine Stunde Pause, hier ist es etwas ruhiger als im Industriegebiet.
eine von vielen Fähren auf unserem WegBei km 10,4 zweigt der Havelkanel zur Unteren Havel ab, wir aber fahren weiter südwärts. Ab hier ist die Havel weniger kanalisiert und durchströmt wie in Mecklenburg einige Seen. Die erste Fähre kreuzt in Tegelort unseren Kurs. Um 15:45 Uhr erreichen wir den Altstadthafen von Berlin-Spandau, kurz vor der Schleuse und gegenüber der Insel Eiswerder. Hier liegen wir zwar gut, bezahlen aber happige 25,50 € für die Nacht. Dafür sind Strom und Duschen inklusive. Strecke: 27 km.

Dienstag, 21.10.

So wohnen kann auch schön seinHeute wollen wir so richtig nach Berlin rein. Wir sind auch ganz froh, um 9:30 Uhr abzulegen, weil der Hafen direkt über der Einflugschneise des Flughafens Tegel liegt. Bei Westwind hoben die Flieger gestern abend und heute früh direkt über uns ab.
So ist Wohnen bestimmt schrecklich!Wir tuckern gemütlich ein Stück die Havel zurück und biegen nach 3 Brücken rechts in den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal ab. Die Sonne kämpft gegen den Dunst, 3 Ruderer gegen den inneren Schweinehund. Um 11:30 Uhr fahren wir fast ohne Wartezeit durch die Schleuse Plötzensee. Rechterhand sehen wir teils skurrile Wohnboote, unter den Brücken Obdachlosenlager. Danach biegen wir kurz auf den Westhafenkanal ein, einen Kilometer später in den Charlottenburger Verbindungskanal, den wir nach 20 Minuten Richtung Osten verlassen.
Meine beiden Männer vor udem freecamper-Liegeplatz am SpreebogenJetzt sind wir auf der Spree, beidseitig dichte Wohn- und Bürobebauung, durchfahren noch einige Brücken und erreichen bei km 12 kurz vor der Lessingbrücke um 13 Uhr unsere Liegestelle. Hier können wir 24 Stunden ohne Service liegen bleiben. Solche Liegestellen gibt es in Berlin einige, im Sommer sollen sie aber sehr überlaufen sein. Jetzt und für die Nacht sind wir zu zwei Booten.
der freecamper-Kapitän fährt am Berliner Hauptbahnhof vorbeiDie Weiterfahrt bis zur Mühlendammschleuse ist uns heute verwehrt. Ohne UKW-Funk müssen wir die 5,5 km bis zur Schleuse morgen bis 10:30 Uhr passiert haben, wegen der vielen Baustellen und Fahrgastschiffe. Strecke: 16 km.
Wir sind erst einmal gespannt auf die Großstadt und satteln die Räder. Vor der Tour durchs Regierungsviertel besteigen wir die Siegessäule, um uns einen Überblick zu verschaffen. Ich zähle 182 Stufen bis oben. Danach geht es zum Brandenburger Tor, am Reichstag vorbei zum Schloss Bellevue, auf dem die Fahne weht. Ist der Bundespräsident da?
Simon und ich trinken noch einen Kakao in Moabit und suchen ein Restaurant für den Abend aus. Die Wahl fällt auf den Italiener Casa Matti zwei Straßen weiter, als Simon auf der Nachtischkarte Panna Cotta entdeckt. Hans isst Tiramisu, ich Tartuffo classico. Sehr zu empfehlen. Vorher auch, weiß ich nur nicht mehr.

Vorbei am Kanzleramt von Angie MerkelMittwoch, 22.10.

Wir legen um 8:30 Uhr ab zur Königsetappe dieser Reise. Leider ein total verregneter Tag. Trotzdem fahren wir langsam vorbei an Haus der Kulturen, Hauptbahnhof, Kanzleramt, Abgeordnetenbüros, Reichstag und Museumsinsel, ein tolles Gefühl mit unserer freeda. Fahrgastschiffe sind wenige unterwegs. und dem Dom weiter auf der SpreeDurch die Mühlendammschleuse fahren wir um 9:30 Uhr, danach wird die Spree immer breiter. Hier gibt es coole Plätze am Wasser zum Chillen und Feiern im Sommer. An der O-2-World kommen wir auch vorbei, nicht zu vergessen. Um 11:30 Uhr biegen wir auf den Britzer Zweigkanal ab, fahren weiter – immer noch im Regen – auf dem Teltowkanal und kommen um 13:00 Uhr im Hafen Tempelhof an. Hier hat Simon sich mit Timo zum Angeln verabredet, der mit seinen Eltern und der gemieteten Yacht schon im Hafen liegt. Der Hafen ist ein Denkmal und sehenswert. eine der vielen Berliner Brücken, unter der wir mit dem freecamper durchfahren müssenDas große Einkaufszentrum direkt nebenan vermutet man erst gar nicht. Simon findet aber gleich bei C & A einen knallblauen Pullover. Den Rest des Tages verbringen wir mit Shoppen, Rommé und Abendessen. Letzteres in „the Burgerbar“ im Hafen. Sehr überzeugend, alles ohne Zusatzstoffe. Auch überzeugend: 18 € im vielleicht schönsten Hafen Berlins, + Duschen (0,50 €/3 min.). Strecke: 22 km.

freecamper im Tempelhofer HafenDonnerstag, 23.10.

Ablegen um 9:30 Uhr. Bei 7 km/h Fahrt fahren wir den Teltowkanal weiter Richtung Potsdam und erreichen um 11:45 Uhr die Schleuse Kleinmachnow. Eine Viertelstunde später dürfen wir in die Mittelkammer einfahren, 15 Minuten später wieder raus. Da wir gut in der Zeit liegen, entscheiden wir uns bei km 3,3, nicht durch den Griebnitzkanal Richtung Wannsee zu fahren, sondern uns links Richtung Potsdam zu halten. Simon steigt noch mal ins Kajak, wir passieren Wir passieren mit dem freecamper Schloß BabelsbergSchloss Babelsberg. Kurz hinter der Glienicker Brücke (dort wurden im Kalten Krieg die Agenten ausgetauscht) nehmen wir Simon wieder auf. Vorher haben wir einen Weitblick Richtung Potsdam geworfen, fahren aber nach Nordosten an Heilandskirche Sacrow und Pfaueninsel vorbei unserem Tagesziel entgegen. Auf dem Weg passieren wir Kälber- und Schwanenwerder und den riesigen Wannseestrand. Auch die Glienicker Brücke passieren wir mit dem freecamperZum Ankern haben wir uns die Lieper Buch bei km 8 hinter Lindwerder ausgeguckt. Das bisschen Wind soll in der Nacht über Nord nach Osten drehen, hier sind wir also gut geschützt. Um 16 Uhr fällt der Anker. Simon paddelt sofort an Land und gräbt nach Würmern. Als er wiederkommt, kann er nur von einem Wurm berichten, den er „gesehen“ hat. Sein Wurmglas war leer, erwischt hat er ihn also nicht.Chill-out-zone an der Spree Ich gehe zu Fuß ein Stück durch den Grunewald zum gleichnamigen Turm. Abends gibt es Hähnchenbrust mit Curryreis im Wohnwagen, lecker. Strecke: 35 km.

Freitag, 24.10.

Ich bringe meine restlichen Postkarten zum Kasten an der Inselfähre. Um 8:45 Uhr gehen wir Anker auf. Das erste Frühstück gibt es für mich wieder an Deck. In Spandau können wir um 10:15 Uhr direkt in die Schleuse einfahren, um 10:35 Uhr machen wir kurz im uns bereits bekannten Altstadthafen Halt. Auf dem Oder-Havel-Kanal ist der freecamper mit Berufsschiffen unterwegsNach 2. Frühstück und Einkauf geht es um 12 weiter. Um 13:30 Uhr passieren wir den Abzweig Havelkanal, um 15 Uhr erreichen wir die Marina Havelbaude in Hohen Neuendorf. Der Hafenmeister ist gut drauf und will nur 10 € von uns. Strom brauchen wir nicht. Duschen kosten extra 1 € je 3 Minuten. Simon packt wieder seine Angel aus, Hans und ich satteln die Räder und besorgen in Hohen Neuendorf Brot und Oliven. Das Abendessen nehmen wir in der Marina ein, sind aber nicht so richtig zufrieden. Die Latte hängt nach den vergangenen Tagen doch recht hoch. Strecke: 26 km.

Samstag, 25.10.

Auf dem freecamper-Oberdeck wird Hausmusik gemachtUm 9 Uhr verlassen wir die Marina Havelbaude, 10:50 Uhr sind wir am Unterwasser der Schleuse Lehnitz. Unseren Mittagssnack müssen wir durch die Schleusung unterbrechen, wollen ihn an der Wartestelle im Oberwasser fortsetzen. Die Wasserschutzpolizei hat inzwischen zwei Hausboote zurück gepfiffen, bei rotem Signal und vor der Berufsschifffahrt auf dem Weg in die Schleuse waren. Da „unser“ Frühstücksplatz für eben diese Hausboote benötigt wird, empfehlen uns die Wasserschützer die Werft Malz für die Fortsetzung unserer Mittagspause. Tatsächlich ist dort ein Plätzchen für uns frei. Um 13:20 Uhr fahren wir weiter.
Lecker Hausmannskost aus der WohnwagenkücheZwischen 15 und 15:40 Uhr passieren wir die Schleusen Liebenwalde, 16:50 bis 17:20 Uhr  Bischofswerder. Weil mein Papa morgen noch die Heimreise mit dem Auto antreten möchte, fahren wir weiter in den Vosskanal. Es wird immer dunkler. Mit spärlichem Rest Himmelslicht, Posilichtern und Simons Fahrradlicht kommen wir um 19:30 Uhr an der Wartestelle vor der Schleuse Zehdenick an. Hier warten zwei Flösse und ein Segler, die die letzte Schleuse um 18 Uhr nicht mehr geschafft haben. Zum Abendessen gibt es Kartoffeln mit Spinat und Spiegelei, der kulinarische Höhepunkt in der Wohnwagenküche. Strecke: 41 km, inklusvie „Nachtetappe“.

Sonntag, 26.10.

Selfie Markus Simon Hans vor der Berliner SiegessäuleUm 8 fahren wir am Schalthebel der Schleuse vor und wundern uns, dass kein grünes Signal bekommen. Auf Segelboot und Floss ist alles noch ruhig. Die Flösserfrau spricht wenig später davon, dass sie auch nur durch aufmerksame Verwandte gestern per Telefon erfahren hat, dass in dieser Nacht die Uhr umgestellt wurde.
Wir haben also erst 7 Uhr und sind voll in die Winterzeitfalle getappt. Wir nehmen es gelassen, nutzen die Zeit zum Zusammenpacken und Klar-Schiff-Machen und schleusen dann mit den anderen eine Stunde später.
Um 9:15 Uhr sind wir nach 6 km zurück im Yachthafen Mildenberg, entladen freeda und wissen mit Sicherheit, dass das nicht die letzte Tour war.

Markus Frielinghaus

> Tourenvorschlag 8

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