Patascha bloggt

Foto: Cora Trinkhaus

Natascha & Patrick sind seit vier Jahren als „Patascha“ in der Welt unterwegs. Anfangs lebten sie von Ersparnissen, heute vom Bloggen. Hier geben sie uns einen kleinen Einblick in ihr Leben auf der Straße.

Patrick, 39 Jahre, Blogger aus Luxemburg
Tascha, 37 Jahre, Bloggerin aus Luxemburg

freecamper: Was macht ihr und wie habt ihr angefangen?
Patascha: Seit Anfang 2016 sind wir als Vollzeit-Reiseblogger unterwegs und berichten über unsere Roadtrips durch die Welt, die damit verbundenen Abenteuer und Vanlife-Erfahrungen.
2016 haben wir all unseren Besitz zu Geld gemacht. Eigenheim und Autos wurden verkauft, vieles einfach verschenkt. Alles was blieb, waren zwei Holzkisten: eine mit Kleidung und eine mit persönlichen Dingen, die wir nicht weggeben wollten.
Am Anfang lebten wir von unseren Ersparnissen, mittlerweile erzielen wir mit vielen kleinen Einnahmequellen genug Geld um davon leben zu können. Allerdings haben wir uns nicht komplett aus dem System „gekickt“. Unser Gewerbe ist in Luxemburg gemeldet und wir haben auch noch eine Meldeadresse bei den Eltern, wo wir auch gelegentlich wohnen.
Auf dem Blog pataschasworld.com kann man alles über uns, unseren Lebensstil und die damit verbundenen Reise-Abenteuer nachlesen. Oder man schaut sich auf dem YouTube-Kanal „Patascha“ um. Da hat man das Ganze dann in bewegten Bildern!

freecamper: Was sind eure Leidenschaften?
Patascha: Unsere grösste Leidenschaft ist definitiv das Reisen! Deshalb haben wir auch genau das zu unserer Berufung gemacht und uns für einen alternativen Lebensstil entschieden.
Am liebsten entdecken wir die Welt im Campervan, weil diese Art des Reisens so schön ungezwungen ist. Man braucht keinen Flug zu buchen…man fährt einfach los. Es braucht kein Hotel wo man übernachten muss…man hat sein Zuhause stets mit dabei. Und gefällt es uns nicht an einem Ort, dann fahren wir einfach weiter. Das Wort „Freiheitsmobil“ sagt eigentlich schon alles aus und genau deswegen haben wir diesen Namen auch für unsere Community gewählt!
2018 haben wir die Freiheitsmobile-Community gegründet und zum ersten Mal das Freiheitsmobile Treffen in Luxemburg veranstaltet. Das Treffen war so erfolgreich, dass wir es dieses Jahr wiederholen und somit jetzt zusätzlich als Event-Veranstalter tätig sind.

Foto: Cora Trinkhaus

freecamper: Beschreibt uns bitte euer Mobil.
Patascha:
• Ford Transit (kurzer Radstand) – Campervan Selbstausbau
• Baujahr 2012
• Länge 4,99m
• Höhe 2,13m
• Zulässiges Gesamtgewicht: 2.600kg
Name des Mobils: Black Betty
Wir haben unsere Betty im Mai 2016 als Gebrauchtfahrzeug gekauft. Vor kurzem durften wir also 3-jähriges Jubiläum feiern 🙂

freecamper: Was mögt ihr an der Betty?
Patascha: Am meisten schätzen wir, die Höhe unserer Betty! Viele fragen uns oft, ob es nicht stört dass wir keine Stehhöhe im Van haben… Ganz im Gegenteil: wir sind froh, dass wir mit einer Höhe von 2,13m eigentlich noch fast überall hinkommen. Lästigen Höhenbeschränkungen sind für uns kein Problem! Natürlich wird es bei langen Regentagen recht eng in unserer Betty… Und ganz  manchmal kommt dann doch der Seufzer „Stehhöhe wäre jetzt doch ganz gut…“. Wenn wir dann aber erneut vor einer Höhenbeschränkung stehen oder uns mit dem Van in engen Gassen  verlieren, dann ist dieser Wunsch wieder ganz schnell vom Tisch.
Generell ist die kompakte Grösse unseres Vans sehr vorteilhaft. Wir passen in jede Parklücke rein und müssen nicht zwingen auf offizielle Wohnmobil-Stellplätze zurückgreifen um zu stehen. Oftmals übernachten wir mitten in der Stadt auf einem Parkplatz, ohne dass es überhaupt jemand merkt…

freecamper: Was gefällt euch nicht an euerm Mobil?
Patascha: Eigentlich sind wir ganz zufrieden mit unserem Freiheitsmobil und würden es immer wieder so
ausbauen. Allerdings gibt es eine Sache, die wir ändern würden: wir würden von Anfang an ein
Aufstelldach mit einplanen!
Das würde unser kleines Problemchen mit der Stehhöhe optimal lösen. Wir könnten nach wie vor
die Höhenbeschränkungen bewältigen und uns trotzdem bei Bedarf eine Stehhöhe verschaffen.

Foto: Cora Trinkhaus

freecamper: Was war eure längste Reise im Mobil?
Patascha: Das kommt drauf an, wie man lang definiert. Die weiteste Reise, was die Distanz betrifft, war unser letzter Winter-Roadtrip. Dafür sind wir mit der Fähre bis runter nach Griechenland gefahren und binnen 8 Wochen über den Landweg wieder zurück nach Luxemburg. Dabei haben wir nicht so übliche Reiseländer wie Albanien, Montenegro oder Bosnien-Herzegovina durchquert. Sehr spannend!
Die bisher längste Reise, was die Dauer betrifft, haben wir im Winter 2017 unternommen. Hier sind wir zunächst 3 Wochen durch Frankreich getourt und haben danach Spanien, an der Küste entlang, umrundet. Die gesamte Länge dieser Reise betrug um die 3 Monate.

freecamper: Und welche war die eindrücklichste Reise?
Patascha: Das war definitiv unsere Reise durch Albanien! Wir hatten zuvor noch nie ein Balkanland bereist und viele haben uns gewarnt, es wäre nicht sicher. Somit sind wir diese Reise mit gemischten Gefühlen angetreten. Werden wir überfallen oder klaut man uns vielleicht unsere Betty?! Nichtsdestotrotz wollten wir die Reise unbedingt durchziehen! Und wir wurden eines Besseren belehrt! Albanien ist ein Land voller Gegensätze und trotzdem haben wir uns keine Sekunde unsicher gefühlt. Die Gastfreundlichkeit der Albaner ist der Wahnsinn! So etwas haben wir noch nie zuvor erlebt. Campingplätze, die eigentlich geschlossen waren, liessen uns trotzdem dort übernachten. Oftmals wollten die Campingbesitzer nicht einmal Geld dafür!
Frei stehen mit dem Reisemobil war gar kein Problem und es bestand auch keinerlei Grund sich Sorgen um seine Sicherheit zu machen. Albanien hat eine atemberaubend schöne Landschaft. Doch leider haben die Albaner noch nicht verstanden, dass Wälder oder Bergtäler keine Mulldeponien sind. Das Land ist arm und das sieht man auch… Mit diesen Kontroversen mussten wir uns erstmal auseinandersetzen. Trotzdem möchten wir jedem an’s Herz legen dieses tolle Land zu bereisen.

freecamper: Erzählt uns von euerm tollsten Erlebnis.
Patascha: Ein Erlebnis, an das wir uns immer wieder sehr gerne erinnern, war unsere Übernachtung auf dem Furka Pass in der Schweiz. Im Sommer 2017 sind wir 4 Wochen lang mit unserer Betty durch die Schweiz gereist. Auf der gesamten Tour haben wir kein einziges Mal Halt auf einem Campingplatz gemacht. Denn Camping in der Schweiz hat seinen Preis! Also haben wir es gewagt und während 4 Wochen stets „wild“ übernachtet. Dabei war unser schönstes Erlebnis die Nacht und der darauffolgende Tag auf über 2.400 Höhenmetern, mit einer atemberaubend schönen Aussicht! Dieser Ausblick wurde bis jetzt noch nicht getoppt.

freecamper: Welches Erlebnis wünscht ihr niemand anderem?
Patascha: Bis jetzt hatten wir auf unseren Reisen nichts gravierendes zu bemängeln, was im Nachhinein nicht als Abenteuer endete. Natürlich ist nicht immer alles schön unterwegs. Ich würde diese Erlebnisse, genauso wie sie passiert sind, aber auch jedem anderen selbst wünschen. Denn wir behaupten, dass wir aus jeder Erfahrung gelernt haben und danach schlauer waren…

freecamper: Welchen Rat könnt ihr anderen geben?
Patascha: Nimm Herausforderungen an und sieh Probleme nicht als Probleme an, sondern mach Abenteuer draus! Geht nicht, gibt’s nicht.

freecamper: Welche Erfahrung würdet ihr anderen gerne ersparen?
Patascha: Am Ende die Erfahrung zu machen, es nicht probiert zu haben!

freecamper: Was bedeutet Glück für euch?
Patascha: Glück ist für uns die Freiheit, genau das tun zu können wovon wir immer schon geträumt haben!

In der "Hütte" 3 Jahre durch Amerika
Patascha bloggt
Nach oben scrollen