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24. Oktober 2013

Erstbefahrung des Ruppiner Seenlands

Erstbefahrung mit dem WoWa-freecamper freedolin vom 11.-20. Oktober 2013 durch Simon, Hans und Markus Frielinghaus

11.10., Freitag

Vom Caravan-Service an der Müritz von Norbert Schwedt übernehmen wir um 10 Uhr unseren Hobby-Wohnwagen, der meinem Sohn, meinem Papa und mir in den kommenden 8 Tagen das schwimmende Zuhause bieten soll. Wir besorgen noch einen Spannungswandler und einen 20-l-Wasserkanister. Zuhause laden wir Geschirr zu, Campingmöbel und Verpflegung.
Um 16:30 Uhr übernehmen wir in Mildenberg freecamper freedolin. Abends gehen wir zu Bernie essen, 2 x Bauernfrühstück, einmal Hähnchenbrustfilet mit Pommes.

12.10., Samstag

Die Männertour und der erste Fahrtag beginnen um 10:30 Uhr mit dem Ablegen am Ziegeleipark Mildenberg. Ziel sind die Ruppiner Gewässer.
Erst einmal fahren wir durch bekannte Gewässer die Obere Havel hinab bis Zehdenick. Ab da heißt die Havel bis Liebenwalde Vosskanal. Und bis zur Marina Liebenwalde bei km 0 gilt die Charterbescheinigung.

Etappen:
11:35 Uhr: Ankunft an der Schleuse Zehdenick
13:57 Uhr: Ankunft an der Schleuse Bischofswerder
15:10 Uhr: Ankunft an der Marina Liebenwalde.
Dort werden wir vom Hafenmeister mit einem freundlichen „Willkommen in der Marina Liebenwalde“ begrüßt. Vorher hat er uns noch geholfen, Liegeplatz 23 zu belegen. Der Wind kommt ziemlich ungünstig aus dem Langen Trödel. Dort wird gerade eine neue Marina gebaut. Danach soll der Lange Trödel wieder für die Freizeitschifffahrt freigegeben werden.
Der Hafenmeister putzt die Kanus und wartet noch auf weitere Gäste, die nach uns eintreffen wollen. Eine Gruppe Ruderer kommt mit zwei Booten auch gerade an. 16 Euro bezahlen wir fürs Boot, 3 Personen und Strom. Duschen 50 Cent je 3 Minuten.
Ich gehe joggen, Simon begleitet mich mit dem Roller. Danach steige ich kurz in die Havel und danach ab unter die Dusche. Wir kochen an Bord: Reis mit Hähnchenbrust, dazu Gurken-Tomatensalat. Zum Nachtisch gibt es Joghurt. Dann ist Spieleabend: Phase 10 erster Teil.
Bilanz heute: 22 km, 2 Schleusen (Selbstbedienung), mit 2 l/h Benzinverbrauch 7 km/h die Havel hinab.

13.10., Sonntag

9:40 Uhr: Ablegen in Liebenwalde. Die Ruderer sind schon vor uns gestartet, nach Norden. Wir fahren weiter den Malzer Kanal 3 km nach Süden. Eine viertel Stunde später erreichen wir die Schleuse Liebenwalde, eine weitere halbe Stunde biegen wir beim Havel-Oder-Dreieck und km 40,5 nach rechts auf den Oder-Havel-Kanal Richtung Berlin ab. Hier ist richtige Berufsschifffahrt unterwegs. Also nur noch Papa am Steuer. Aber es dauert noch über eine Stunde, bis bei km 31,5 der erste Pott auftaucht: ein ungefähr 100 m langer Schubverband aus Stettin kommt uns entgegen, offenbar auf dem Weg dorthin zurück.
12:05 Uhr: Wir erreichen die Schleuse Lehnitz. Hier kann man auch schon mal 2 Stunden warten, die Berufsschifffahrt hat immer Vorrang. Es dauert aber nur 20 Minuten, bis das Flusskreuzfahrtschiff „Excellence Coral“ aus Basel aus der Schleuse kommt. Nach dessen Ausfahrt springt die Schleusenampel auf Grün und wir dürfen einfahren. Ganz allein. Es geht beachtliche 5,80 m zu Tal, also hinab. Die Schleuse ist mit 132 m Länge mehr als doppelt so lang wie die übrigen Schleusen, die wir gestern genommen haben.
Um 12:50 Uhr fahren wir bereits aus der Schleuse aus. Unten wartet der nächste Schubverband – aus Stettin. Weitere auf dem Lehnitzsee folgen. Zurück wird es wohl nicht ganz so schnell durch die Schleuse gehen, darauf hatte man uns bereits vorbereitet.
Wir fahren über den Lehnitzsee und noch ein bisschen weiter auf dem Oder-Havel-Kanal, denn ich möchte heute noch Oranienburg umfahren, um für morgen eine gute Ausgangsposition in die Ruppiner Gewässer zu erhalten. Einmal müssen wir uns richtig dünne machen, weil uns ein weiterer Schubverband entgegen kommt. Wellen machen die Schiffe kaum, sie dürfen wie wir nicht schneller als 9 km/h fahren. Wir sind weiter mit 6 km/h unterwegs bis km 15, dann biegen wir um 14:10 Uhr scharf rechts ab auf den Oranienburger Kanal. Bis zur Schleuse Pinnow haben wir nur noch 10 Minuten. Ab jetzt schleusen wir zu Berg, also aufwärts, um 14:35 Uhr fahren wir aus der Schleuse raus. Wir sind noch eine gute Stunde unterwegs, bis wir um 15:40 Uhr nördlich der 3. Straßenbrücke bei km 27 festmachen. Hier finden wir einen neu gebauten Anleger ohne Service, dafür auch ohne Gebühr.
Am Liegeplatz füllen wir Benzin und Trinkwasser nach aus unseren Kanistern. Dann erkunden wir zu dritt eine Stunde lang Oranienburg mit dem Fahrrad und suchen ein Restaurant für den Abend. Vor dem „Carollis“ springt der Chef zu uns auf die Straße, als wir die Karte studieren, empfiehlt uns sein Lokal wortreich und begrüßt uns auf das herzlichste in der Stadt, da ja der Bürgermeister dafür an einem Sonntag keine Zeit habe. Wir finden das ziemlich nett und sitzen eine Stunde später in seinem Restaurant. Das sieht von vorne eher wie eine Dönerbude aus, hinten sitzt man aber gemütlich und isst lecker. Besonders gefällt uns der Überraschungsnachtisch aus Eis, Zitronenmelisse-Panacotta und noch zwei Dingen, von denen weder mein Papa noch mein Sohn nachher noch wissen, wie sie hießen. Zum Abschied verrät uns der Chef, dass er Carlos heißt. Wir radeln zurück zum Wohnwagen und spüren dabei, dass diese Nacht kalt werden wird. Dann wird also zum ersten Mal die Heizung durchlaufen, Gas haben wir genug dabei.
Wir sind zwar geschafft, spielen aber noch einige Runden Phase 10.
Bilanz heute: 33 km, 3 Schleusen (davon die erste in Selbstbedienung).

14.10., Montag

Um 8 Uhr stehen mein Papa und ich vor dem Kaufland, das nur 3 min. mit dem Fahrrad vom Anleger entfernt ist. Einkauf: Brötchen, Kuchen, Kekse, Milch und Butter. Wir legen um 8:45 Uhr ab, da unsere nächsten beiden Schleusen nur zwischen 9 und 11 Uhr geöffnet sind. Um 9:25 Uhr vor der Schleuse Tiergarten lesen wir allerdings, dass nur zur vollen Stunde geschleust wird. Wir überbrücken die Wartezeit mit dem Frühstück. Um 10:05 Uhr dürfen wir in die Schleuse einfahren. Simon erzählt dem Schleusenwärter irgendwas von selbst gebauter Angel und ob er dafür ein Stück Sehne habe. Der murmelt etwas und kommt kurze Zeit später mit einer kompletten Angel zurück. Wir sollten sie ihm nur auf der Rückfahrt zurückgeben, außer Dienstag, das sei sein freier Tag.
Der Schleusenwärter weist uns auch auf die flache „Kuhbrücke“ hin, die nur 3,30 m Durchfahrtshöhe hat. Auf unserer Karte steht sie mit 3,60 m. Wir tun cool und entgegnen, dort locker drunter durch zu passen. Bei der Ausfahrt sind wir aber gar nicht mehr so sicher und verabschieden uns bis in drei Tagen – oder bis gleich.
Die Kuhbrücke ist wirklich flach, wir fahren respektvoll langsam heran. Tatsächlich haben wir noch 20 cm „Luft“ nach oben und atmen tief durch, weil wir nicht umkehren müssen. Das wäre uns auch nicht leicht gefallen, denn der Ruppiner Kanal ist hier kaum breiter als unser freecamper lang, und zum Ufer wird er flach.
Nach der Brücke gebe ich Gas, weil ich merke, dass es knapp wird bis 11 Uhr zur Schleuse Hohenbruch. Ich rufe vorsichtshalber den Schleusenwärter an und bitte ihn, auf uns zu warten. Der ist ebenso nett wie der letzte. Er schleust uns nicht nur Punkt 11 Uhr, sondern gibt uns auch den Tipp mit dem Netto-Supermarkt südlich der Kremmener Straßenbrücke. Dort könnten wir Mais bekommen, Simon braucht schließlich zur Angel auch einen Köder. Simon hatte den Schleusenwärter zuvor nach Würmern gefragt für seine Angel, besser gesagt für die Fische. Zwei Würmer hatte der Schleusenwärter am Sonntag gefunden, aber bis heute wieder aus den Augen verloren – nach 4 Stunden Laubharken.
Ich stoppe dann also um 12:30 Uhr an der Kremmener Straßenbrücke und lasse Simon und meinen Papa zum Netto radeln. Nach siebeneinhalb Minuten sind sie zurück, wir legen ab und nehmen den Mittagsimbiss während der Fahrt auf der Brücke ein. Bis zur Schleuse Altfriesack gebe ich etwas mehr Gas, weil ich gerne um 15 Uhr zur vollen Stunde geschleust werden möchte. Wir durchfahren Kremmener Rhin, Kremmener See, lassen die Fehrbelliner Gewässer links liegen und weiter auf dem Bützrhin. Als auf dem Bützsee unser Tank leerläuft und wir Sprit nachfüllen müssen, was mit der Schüttelpumpe erst beim 3. Anlauf funktioniert, wird klar, dass wir nicht um 15 Uhr an der Schleuse sein werden.
Dem Schleusenwärter in Altfriesack ist allerdings sein Feierabend wichtiger als die volle Stunde, und so werden wir direkt nach unserer Ankunft um 15:20 Uhr eingelassen. Auch er hat wieder einen hilfreichen Tipp für uns, diesmal den, dass man zum Angeln besser mit einer Angelerlaubniskarte unterwegs ist. Also kaufen wir heute noch im Edeka-Markt von Wustrau eine Schüler-Angelkarte für die Ruppiner Seen.
Wir machen am Anleger Seeschlösschen am Südzipfel des Ruppiner Sees fest. Strom bekommen wir sofort, Wasser erst nach ein wenig Überredungskunst. Wir dürfen uns aus der Sauna etwas abfüllen. Wir bezahlen 12 EUR pauschal fürs Boot, Strom und Wasser.
Mit dem Angeln ist auch schon wieder Schluss, da Simon den Haken verliert. Also spielen wir Rommé.
Bilanz heute: 29 km, 3 Schleusen mit 3 netten Schleusenwärtern.

15.10., Dienstag

Um 5:20 Uhr am Morgen ist die erste Gasflasche leer. Ich merke es am Knacken in der Heizung und stelle sie eine Viertelstunde später aus.
7:35 Uhr legen wir am Seeschlösschen ab. Die Sonne geht rot hinter uns auf. Wir tuckern bei 6 km/h und 1,6 l Verbrauch mit 1.800 U/min. gen Norden über den Ruppiner See fast 15 km lang.
9:50 Uhr Einfahrt in den Rhin. Ab jetzt Regen, der immer stärker wird. Simon macht einen Lesetag, Angeln fällt ja aus. Am Ende des Tages wird er drei Bücher durchgelesen haben.
10:10 Uhr: Einfahrt in die Schleuse Alt Ruppin ohne Wartezeit, 10 min. später fahren wir wieder aus. Wir überqueren traumhafte Seen: Molchowsee, Tetzensee, Zermützelsee.
11:20 Uhr: Vorbeifahrt am Campingplatz Stendenitz, Liegepläte für den freecamper sind dort zu klein.
12:35 Uhr: Mittagspause bei km 56, wir machen uns mit zwei Heringen am Ufer fest, 14:10 Uhr Weiterfahrt. Es regnet noch immer in Strömen. Weiter über den Lindower Rhin und den Möllensee bis zum Gudelacksee. Dort kommen wir um 16:10 Uhr im Yachthafen Lindow an. Wasser und Strom gibt es nicht, auch die Toiletten sind verschlossen. Dafür finden wir im Ort Angel-Ersatzteile, Postkarten und einen Supermarkt.

Lindow, das ist jetzt der Scheitelpunkt unserer Reise. 118 km haben wir bis hierher zurückgelegt, 9 Schleusen durchfahren. Der Motor lief 22 Stunden, verbraucht haben wir 41 l Sprit. Unsere Geschwindigkeit haben wir zwischen 4 und 6 km/h gewählt. Von hier aus, von Lindow am Gudelacksee, geht es morgen wieder zurück.

16.10., Mittwoch

Wir stehen immer früher auf. Heute klingelt der Wecker bereits um 6:30 Uhr. In der Mühlen-Bäckerei Rabeneck hole ich um 6:45 Uhr frische Brötchen.
7:10 Uhr: Ablegen bei Nebel. Ich habe Gefallen daran gefunden, früh loszufahren. Auch die Mitfahrer finden, dass wir so mehr vom Tag haben. Den Werder – das ist die Insel auf dem Gudelacksee – wollen wir heute auf der anderen Seite umfahren. Posilichter und Navi an. Ich erkenne die Insel in Umrissen. Wir wollen um 11 Uhr die Schleuse in Alt Ruppin schaffen. Trotzdem ankern wir um 9:30 Uhr eine halbe Stunde zum Frühstücken im Zermützelsee neben dem Campingplatz.
10:55 Uhr: Einfahrt in die Schleuse Neumühle. Die Schleusenwärterin wartet noch auf ein weiteres Boot, das uns zwei Kilometer bis Neuruppin begleitet. Mein Papa steuert weiter über den Ruppiner See, während ich meinen Sohn beim Rommé zur Verzweiflung bringe: alle sechs Spiele gewinne ich in Rommé-Hand-Manier.
12:30 Uhr: Stopp bei Boat-City. Wir fahren an die Slipanlage, wo der freecamper genau reinpasst.
14:30 Uhr: Ankunft am Seeschlösschen.
16:15 Uhr: Simon fängt seinen ersten Fisch, ist ganz aufgeregt. Die ersten beiden Fische muss ich vom Haken trennen, den dritten schafft er alleine in meiner Abwesenheit. Ich bin beim Joggen.
Für 18 Uhr haben wir einen Tisch im Seeschlösschen bestellt. Lange nicht mehr so gut gegessen: Carpaccio vom Rind, Zander auf Steinpilzen, Dessertvariation. Klasse. Und morgen hängen wir ein Frühstück dran!

17.10., Donnerstag

Frühstück im Seeschlösschen. Um 8:40 Uhr legen wir ab und kommen pünktlich um 9 Uhr zum Dienstbeginn bei der Schleuse Altfriesack an. Bevor wir einfahren können will noch eine Autofahrerin die Klappbrücke in James-Bond-Manier nehmen. Der Schleusenwärter kann das gerade noch mit körperlichem Einsatz verhindern. Später erzählt er uns, dass das erst das zweite Mal in den vergangenen 8 Jahren passiert ist.
Für die nächsten 22 km bis zur Schleuse Hohenbruch nehmen wir uns bis 14 Uhr Zeit, dann öffnet sie für zwei Stunden. Also Marschgeschwindigkeit 5 km/h einstellen. Einen Zwischenstopp machen wir an der SeeLodge bei km 15 und notieren, dass man auch hier übernachten kann und Strom und Toiletten vorfindet. Im Sommer kann es aber auch mal voll werden am Steg, sagt uns der Betreiber.
Um 13:50 Uhr klopfe ich dreimal kurz hintereinander auf den Wohnwagen, das ist unser Zeichen für „alle Mann an Deck“. Zweimaliges Klopfen heißt, dass ich Kapitän einen Wunsch habe. Meist macht dann Simon die Dachluke über dem Doppelstockbett auf und fragt mich danach.
Wir erreichen die Schleuse Hohenbruch und werden sofort noch vor der offiziellen Zeit geschleust. Da der Schleusenwärter uns keine Hoffnung macht, heute noch durch die Schleuse Pinnow zu kommen, gönnen wir uns eine Mittagspause mit aufgewärmten, aber schmackhaften Resten und tuckern danach mit 5 km/h weiter durch den Kanal. Der Schleusenwärter in Tiergarten lässt uns heute sogar zur halben Stunde durch und möchte auch seine Angel, die er Simon auf dem Hinweg geliehen hatte, nicht wieder zurück haben. „Ich brauche hier keine Angel!“ Wir bedanken uns mit einem Trinkgeld, wünschen einen schönen Winter und erreichen gegen 17 Uhr unseren wohlbekannten Liegeplatz am Oranienburger Kanal. Nachdem wir festgemacht haben fängt es an zu regnen und hört auch nicht wieder auf. Also entscheiden wir an Bord zu bleiben und die Küche kalt zu lassen. Später radeln Simon und ich noch ins Kaufland, damit wir abends etwas zu lesen haben.

18.10., Freitag

Heute habe wir es zur Abwechslung mal nicht so eilig mit dem Aufstehen und legen erst um 9:15 Uhr ab. Um 10 Uhr erreichen wir die Schleuse Pinnow. Den Schleusenwärter müssen wir mit der Hupe wecken. Die Schleuse ist voll mit Laub, das sich seit zwei Tagen in der Kammer gesammelt hat, so lange ist hier kein Boot geschleust worden. Bei Rückenwind und Sonnenschein machen wir 6 km/h Fahrt bei nur 1,8 l Verbrauch. Im Oranienburger Kanal mischen sich ein paar Nonnengänse unter die Enten. Und jetzt sieht Simon seinen ersten Eisvogel. Als wir um 10:40 Uhr auf den Oder-Havel-Kanal abbiegen kommen uns Wind und Strömung entgegen, ich muss auf 2,4 l aufdrehen, um 5 km/h zu schaffen.
Um 12:35 Uhr können wir in die Schleuse Lehnitz einfahren, nach erneut kurzer Wartezeit. Dafür darf das Mittagessen länger warten. Wir sind wie auf dem Hinweg alleine in der Schleuse und machen intuitiv im hinteren Drittel fest. Das war die richtige Entscheidung, denn von vorne lässt der Schleusenwärter gewaltig viel Wasser in die Kammer, es entstehen richtige Wellen. Simon und Hans müssen viel halten, der freecamper wir ganz schön durchgeschaukelt. Dabei hätte es fast die Steuerbord-Positionslaterne an der Schleusenwand zerdrückt. Eine Viertelstunde später fahren wir aus, um 14:55 Uhr sind wir am Havel-Oder-Dreieck. Eine Schleuse noch um 15:30 Uhr, und um 16 Uhr machen wir in der Marina Liebenwalde fest. Ich hatte mich innerlich schon darauf vorbereitet, dass wir keinen Strom mehr bekommen im Hafen, und tatsächlich wünscht uns der Hafenmeister per Aushang einen schönen Winter, er wird erst am 15. April wieder für uns da sein. Wir bleiben trotzdem und begnügen uns mit 12-Volt-Strom und der eigenen Toilette. Auch die Dusche ist verschlossen, und so versinken Simon und ich nach einem Dauerlauf in der Restsonne kurz in der Havel. Abends radeln wir zum WIR-Restaurant am See, das meinem Papa in der Tourist-Information empfohlen wurde. Die hatte heute vorbildlich bis 18 Uhr geöffnet! Auf dem Rückweg wird es empfindlich kalt, der Vollmond kündigt eine klare Nacht an.

19.10., Samstag

Um 9:30 Uhr legen wir ab, die letzte Etappe ist mit 22 km eher kurz. 50 Minuten später erreichen wir die Schleuse Bischofswerder. Die Tore gehen vor unseren Augen zu, die Freunde von „le boat“, die uns vor einer halben Stunde überholten, haben es wohl eilig. Erst um 11:18 Uhr fahren wir aus der Schleuse. Bei 2000 U/min und 2 l Verbrauch fahren wir 6 km/h langsam.
Mein Papa hat gekocht, noch einmal gibt es Curryreis und Geflügel, das wir uns an der Wartestelle der Schleuse Zehdenick schmecken lassen. Wir lassen ein Boot an uns vorbei. Überhaupt ist das die Zeit der Überführungstörns jetzt im Herbst, wenn die Schiffe in ihren Heimathafen zurück gebracht werden.
Um 14:30 Uhr machen wir im Stadthafen von Zehdenick fest, radeln nach Mildenberg und essen im Gasthaus Alter Hafen Kuchen und Eis. Mein Papa und ich nehmen eine letzte Dusche im Neuen Hafen, die Räder lassen wir dort und fahren mit dem Auto zurück nach Zehdenick. Im Hafen gehen wir wieder an Bord. Ziel ist der 1 km entfernte Prerauer Stich, in dem wir vor Anker gehen, das hatte sich Simon gewünscht und das fehlte bisher auf unserem Törn.
Die Nacht wird lau, dafür aber windig. Trotzdem hält der Anker.

20.10., Sonntag

Um 8 Uhr heißt es „Anker auf“, um 8:40 Uhr sagen wir Opa in Zehdenick „tschüss“, er tritt die Heimreise an und möchte zur Kaffeezeit zurück in Ostwestfalen sein. Simon und ich fahren die letzte Stunde zu zweit nach Mildenberg in den Neuen Hafen zurück, den wir um 9:56 Uhr erreichen. Die Motoranzeige weist für unseren Törn 47 Betriebsstunden und 83 Liter verbrauchtes Benzin aus.

Traumhafte acht Tage liegen hinter uns. Die ersten drei davon kamen mir vor wie eine Woche, die anderen vergingen wie im Flug. Die Ruppiner Gewässer sind phantastisch toll und unbedingt eine Reise mit dem freecamper wert. Wir wissen ja jetzt, dass er unter der Kuhbrücke durchpasst.
Und bitte für die Tour 14 Tage einplanen. Siehe auch Tour 9 der Tourenvorschläge.

Markus Frielinghaus

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